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Beobachten oder bewerten? – Die Kunst der objektiven Kommunikation

Die Art zu kommunizieren scheint ein permanentes Thema zu sein. Es ist nicht nur so, dass Kurse wie Conflict Management und Interpersonelle Kommunikation an Unis und Akademien gut gebucht sind, sondern Kommunikation ist der wichtigste Teil von Entwicklungsprogrammen in Organisationen und Unternehmen. Trotzdem ist es nicht einfach, sie zu beherrschen und “problematische” Situationen zu meistern. Es gibt verschiedene Faktoren, die uns daran hindern, dass in vielen Fällen unsere Kommunikation nicht gelingt.

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In diesem Blog gehe ich auf die Rolle des gemeinsamen Codes und die Grenzen, die wir darin sehen, ein.

Der Sender und der Empfänger müssen einen übereinstimmenden Code haben, um zu verstehen, was im Vorgang der Kommunikation gemeint ist. Wir reden nicht nur über die Sprache, sondern, im Detail, über das Verständnis der Sprache. Ich nenne das “Mikrocode”: wie wir einzelne Worte verstehen, kann sehr unterschiedlich sein. Ein Beispiel kann das besser schildern. Denken Sie bitte ein paar Sekunde an ein schönes Auto. Ok, Augen auf: woran haben Sie gedacht? Ich hatte gerade eine Corvette der ’70 in einen glänzenden Metallisch-schwarz vor Augen. Sie nicht? Und das ist der Punkt. Was schön für mich ist, ist nicht unbedingt schön für Sie.

Subjektive Begriffe bringen uns dazu, den gemeinsamen Code zu “verschieben” und wir verstehen uns einfach nicht. Objektive Begriffe und Beschreibungen sind aber effektiver und tragen dazu bei, unsere kommunikativen Ziele zu erreichen. Objektive Begriffe sind indiskutabel, sind klar, sind neutral. Also, “Ihr Kollege ist nicht zu spät zum Meeting gekommen”, sondern “20 Minuten später”. Oder nicht “Das Projekt ist gut gelaufen”, sondern “die Ziele sind erreicht worden”, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Wenn ich Übungen in meinen Seminaren mache, die das Wahrnehmen dieser Begriffe als Ziel haben, bemerke ich, wie verbreitet es ist, zu interpretieren, z.B. lasse ich ein Foto beschreiben und ein einfach lächelndes Mädchen wird fast immer als “glücklich” bezeichnet. Wenn ich dann erkläre, dass das eine Bewertung ist (nicht eine reine Beschreibung), ist die Antwort der Teilnehmer “Ja, aber das tun wir immer, es ist normal, dass wir bewerten…”.

Dann frage ich einfach: “Und was ist normal?”

Elena Tecchiati

CDC Leadership

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